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Neuer Mitarbeiter: Was die IT vor dem ersten Arbeitstag vorbereiten sollte
Der neue Mitarbeiter ist da – aber Notebook, E-Mail-Adresse oder Zugriffsrechte fehlen noch. Mit etwas Vorbereitung lässt sich vermeiden, dass der erste Arbeitstag mit Warten statt Arbeiten beginnt.
Ein neuer Mitarbeiter beginnt am Montag. Am Freitag davor kommt die Information an die IT: Es werden noch ein Notebook, eine E-Mail-Adresse, Microsoft 365 und Zugriff auf verschiedene Ordner benötigt.
Solche Situationen kommen gerade in kleineren Unternehmen immer wieder vor. Das Problem ist meistens nicht die Einrichtung selbst, sondern die fehlende Vorlaufzeit und die Frage, was der neue Mitarbeiter eigentlich alles benötigt.
Mit einem einfachen Ablauf lässt sich das vermeiden.
Ein guter IT-Arbeitsplatz beginnt nicht am ersten Arbeitstag, sondern einige Tage davor.
Warum die IT frühzeitig Bescheid wissen sollte
Für einen neuen Arbeitsplatz müssen häufig mehrere Dinge vorbereitet werden. Manche davon sind innerhalb weniger Minuten erledigt, andere benötigen etwas mehr Zeit.
Vielleicht ist ein passendes Notebook bereits vorhanden. Vielleicht muss eines bestellt werden. Eventuell werden zusätzliche Microsoft-365-Lizenzen benötigt oder es muss geklärt werden, auf welche Daten und Anwendungen der neue Mitarbeiter Zugriff erhalten soll.
Idealerweise erhält der IT-Betreuer nicht nur Name und Eintrittsdatum, sondern gleich alle Informationen, die für die Einrichtung benötigt werden.
1. Welcher Arbeitsplatz wird benötigt?
Zuerst sollte geklärt werden, wie der neue Mitarbeiter arbeiten wird. Nicht jeder Arbeitsplatz benötigt dieselbe Ausstattung.
- Desktop-PC oder Notebook?
- Ein oder mehrere Monitore?
- Dockingstation erforderlich?
- Tastatur und Maus vorhanden?
- Headset oder Webcam benötigt?
- Arbeitet der Mitarbeiter auch im Homeoffice?
- Wird ein Smartphone oder anderes mobiles Gerät benötigt?
Gerade bei Notebooks, Dockingstations oder speziellen Geräten sollte diese Frage nicht erst am Tag vor dem Arbeitsbeginn gestellt werden.
2. Benutzerkonto und E-Mail-Adresse anlegen
In vielen Unternehmen bildet das Benutzerkonto die Grundlage für fast alle weiteren Zugriffe.
Bei Microsoft 365 gehören dazu beispielsweise die Anmeldung, das E-Mail-Postfach, Teams, OneDrive und je nach Lizenz weitere Dienste.
Vor der Einrichtung sollten zumindest folgende Informationen bekannt sein:
- Vor- und Nachname
- Gewünschte E-Mail-Adresse
- Abteilung oder Funktion
- Eintrittsdatum
- Benötigte Microsoft-365-Lizenz
Einheitliche Namenskonventionen für Benutzerkonten und E-Mail-Adressen vermeiden später unnötiges Durcheinander.
3. Die passende Microsoft-365-Lizenz auswählen
Nicht jeder Mitarbeiter benötigt automatisch dieselbe Lizenz.
Entscheidend ist, welche Anwendungen und Funktionen tatsächlich gebraucht werden. Reicht ein Postfach und die Nutzung bestimmter Cloud-Dienste? Werden die Desktop-Versionen von Word, Excel und Outlook benötigt? Soll der Arbeitsplatz über zusätzliche Sicherheitsfunktionen verwaltet werden?
Büroarbeitsplatz
Benötigt häufig Outlook, Word, Excel, Teams, OneDrive und weitere Microsoft-365-Dienste für die tägliche Arbeit.
Einfacher Arbeitsplatz
Je nach Tätigkeit reichen möglicherweise weniger Anwendungen und Funktionen aus.
Die Lizenz sollte deshalb zur tatsächlichen Tätigkeit passen und nicht einfach nach dem Prinzip „das haben alle anderen auch“ vergeben werden.
4. Welche Daten darf der Mitarbeiter sehen?
Eine der wichtigsten Fragen beim Onboarding betrifft die Berechtigungen.
Auf welche Ordner, SharePoint-Bereiche, Teams, Anwendungen oder anderen Unternehmensdaten benötigt der neue Mitarbeiter Zugriff?
Dabei sollte nicht einfach möglichst viel freigegeben werden, damit „sicher alles funktioniert“.
Hilfreich ist oft die Orientierung an einem Mitarbeiter mit einer vergleichbaren Tätigkeit. Trotzdem sollte kurz geprüft werden, ob dessen Berechtigungen tatsächlich als Vorlage geeignet sind.
5. Gruppen, Teams und gemeinsame Postfächer
Neben dem persönlichen Postfach gibt es häufig weitere Bereiche, die für die tägliche Arbeit notwendig sind.
- Microsoft Teams und zugehörige Teams oder Kanäle
- Microsoft-365-Gruppen
- Verteilerlisten
- Freigegebene Postfächer
- Gemeinsame Kalender
- SharePoint-Bereiche
- Netzlaufwerke oder Dateiablagen
Werden diese Punkte bereits vor dem ersten Arbeitstag eingerichtet, muss der neue Mitarbeiter nicht bei jeder zweiten Aufgabe feststellen, dass ihm noch eine Berechtigung fehlt.
6. MFA gleich von Anfang an einrichten
Multi-Faktor-Authentifizierung sollte nicht irgendwann später eingerichtet werden, sondern direkt Bestandteil des Onboardings sein.
Beim ersten Anmelden kann der Benutzer seinen zusätzlichen Authentifizierungsfaktor registrieren und die Anmeldung damit absichern.
Gleichzeitig sollte kurz erklärt werden, wie mit MFA-Anfragen umzugehen ist.
Eine MFA-Anfrage nur dann bestätigen, wenn die dazugehörige Anmeldung selbst gestartet wurde.
7. Den Computer fertig vorbereiten
Ein neues Notebook aus dem Karton zu nehmen bedeutet noch nicht, dass der Arbeitsplatz einsatzbereit ist.
Vor der Übergabe sollten Betriebssystem, Updates und benötigte Programme eingerichtet sein.
- Windows vollständig aktualisieren
- Benötigte Unternehmenssoftware installieren
- Microsoft 365 bzw. Office einrichten
- Endpoint-Schutz kontrollieren
- Drucker und benötigte Geräte einrichten
- Browser und notwendige Erweiterungen vorbereiten
- VPN oder andere Fernzugänge konfigurieren
Ziel sollte sein, dass der Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz übernimmt, sich anmeldet und tatsächlich mit der Arbeit beginnen kann.
8. Lokale Administratorrechte nicht automatisch vergeben
Ein neuer Mitarbeiter benötigt für seine tägliche Arbeit normalerweise keine lokalen Administratorrechte auf seinem Computer.
Programme installieren oder Systemeinstellungen verändern zu können, mag bequem erscheinen, erhöht aber gleichzeitig das Sicherheitsrisiko.
Standard
Normales Benutzerkonto
Für die tägliche Arbeit reichen normale Benutzerrechte in den meisten Fällen aus.
Ausnahme
Administrative Rechte
Sollten gezielt und nur dort vergeben werden, wo sie aufgrund der Tätigkeit tatsächlich erforderlich sind.
9. Homeoffice und mobiles Arbeiten berücksichtigen
Arbeitet der neue Mitarbeiter nicht ausschließlich im Büro, sollte auch das bereits bei der Einrichtung berücksichtigt werden.
Dazu gehört beispielsweise die Frage, wie auf interne Ressourcen zugegriffen wird und welche Geräte außerhalb des Unternehmens verwendet werden dürfen.
- Ist ein VPN-Zugang notwendig?
- Funktioniert MFA auch außerhalb des Büros?
- Sind benötigte Cloud-Dienste eingerichtet?
- Ist das Notebook verschlüsselt?
- Ist der Endpoint-Schutz aktiv?
- Kann der Mitarbeiter im Problemfall Unterstützung erhalten?
10. Drucker und andere Kleinigkeiten nicht vergessen
Nicht jedes Problem beim ersten Arbeitstag ist ein großes IT-Thema. Häufig sind es die kleinen Dinge, die unnötig Zeit kosten.
Der Mitarbeiter kann sich anmelden und E-Mails versenden – aber der Drucker fehlt. Oder das Headset funktioniert nicht. Vielleicht benötigt er Zugriff auf eine Fachanwendung, von der die IT bisher nichts wusste.
Genau deshalb lohnt sich eine kurze Checkliste.
Was sollte der neue Mitarbeiter am ersten Tag erhalten?
Neben der technischen Ausstattung sollte der Einstieg möglichst einfach gestaltet werden.
Der Mitarbeiter sollte wissen, wie er sich anmeldet, welche Systeme er verwendet und an wen er sich bei Problemen wenden kann.
- Arbeitsplatz bzw. Notebook
- Benutzername und Informationen zur ersten Anmeldung
- Einrichtung von MFA
- Zugang zu benötigten Anwendungen
- Zugriff auf Teams, Daten und gemeinsame Postfächer
- Informationen zum mobilen Arbeiten, falls erforderlich
- Kontaktdaten des IT-Ansprechpartners
Eine einfache Checkliste für das Unternehmen
Für kleine und mittlere Unternehmen muss daraus kein komplizierter Prozess mit unzähligen Formularen werden.
Schon eine einfache interne Checkliste kann dafür sorgen, dass bei jedem neuen Mitarbeiter dieselben Punkte berücksichtigt werden.
Unternehmen
Informationen bereitstellen
Eintrittsdatum, Tätigkeit, benötigte Ausstattung und gewünschte Berechtigungen rechtzeitig bekannt geben.
IT
Arbeitsplatz vorbereiten
Benutzerkonto, Lizenz, Gerät, Programme, Zugriffe und Sicherheitsmaßnahmen vor dem Eintritt einrichten.
Mitarbeiter
Sauber starten
Anmeldung und MFA einrichten, Zugriffe testen und bei fehlenden Berechtigungen frühzeitig Bescheid geben.
Wie viel Vorlauf sollte die IT bekommen?
Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Wenn Hardware vorhanden ist und nur ein Benutzerkonto eingerichtet werden muss, kann die Vorbereitung relativ schnell erledigt sein.
Muss dagegen erst ein Notebook bestellt, spezielle Software beschafft oder eine zusätzliche Lizenz organisiert werden, ist mehr Zeit notwendig.
Die IT informieren, sobald das Eintrittsdatum feststeht – nicht erst kurz vor dem ersten Arbeitstag.
Und wenn der Mitarbeiter das Unternehmen wieder verlässt?
Zu einem vollständigen Benutzer-Lifecycle gehört natürlich auch die andere Seite: das Offboarding.
Dann müssen unter anderem Benutzerkonten gesperrt, aktive Sitzungen beendet, Daten übernommen, Berechtigungen entfernt und Geräte zurückgegeben werden.
Auch dafür sollte ein klarer Ablauf vorhanden sein.
Fazit: Ein guter erster Arbeitstag beginnt mit Vorbereitung
Die technische Einrichtung eines neuen Mitarbeiters ist normalerweise keine außergewöhnliche Aufgabe. Probleme entstehen vor allem dann, wenn wichtige Informationen fehlen oder die IT erst im letzten Moment davon erfährt.
Mit einer einfachen Checkliste lassen sich Benutzerkonto, Microsoft 365, Hardware, Berechtigungen und Sicherheitsmaßnahmen rechtzeitig vorbereiten.
Davon profitieren nicht nur die IT und das Unternehmen, sondern vor allem der neue Mitarbeiter.
Das Ziel sollte einfach sein:
Am ersten Arbeitstag anmelden, loslegen und nicht erst auf die IT-Ausstattung warten.IT-Betreuung
Ein neuer Mitarbeiter beginnt demnächst?
Ich unterstütze kleine und mittlere Unternehmen bei der Einrichtung neuer Arbeitsplätze – von Hardware und Microsoft 365 über Benutzerkonten und Berechtigungen bis zur sicheren Einbindung in die bestehende IT.